Finalement, c’est quoi un Canton ?

Group show
Zabriskie, LIMBO collective, Geneva
9.4.-9.7.2026

Curated : LIMBO collective (Sophie Conus, Loretta Suzanne Cornaz, Jeanne Tullen et Ilana Winderickx Tabarelli)
With: Andrea Cindy Raemy, rita elhajj, Namsa Leuba, Teo Petruzzi, Noemi Pfister, Stefanie Salzmann
Text: LIMBO collective
Flyer: Maurane Zaugg

Dans ce deuxième chapitre de Finalement, c'est quoi un canton ?, les drapeaux ne représentent plus un territoire administratif, mais une série de positions (sensibles, politiques, matérielles) qui interrogent ce que signifie appartenir à un lieu aujourd'hui. Sur le toit de Zabriskie, les formes humaines se multiplient : le visage révolutionnaire imaginé par Teo Petruzzi, pris entre mythe helvétique et iconographie marxiste ; les deux corps enlacés de Noemi Pfister, portés par une aspiration à la douceur face à un climat mondial violent; et la silhouette articulée d'Andrea Cindy Raemy, qui traverse les toits et cherche d'autres manières d'habiter la ville. À leurs côtés, le message direct, à bas l'impérialisme de rita elhajj, et les compositions abstraites de Namsa Leuba et de Stefanie Salzmann déplacent les codes du drapeau : mécanismes horlogers, fibres de laine, couleurs et pigments y deviennent des marqueurs ouverts, en circulation, loin de toute identité figée.

Ensemble, ces drapeaux forment un territoire temporaire, poreux, où rien ne tient : ni les identités, ni les frontières, ni les récits nationaux. Tou•x•te•s semblent animé•x•e•s par un même mouvement, se hisser au-dessus du sol et du bruit, habité•x•e•s par des silhouettes qui persistent à se tendre la main, à résister, à se transformer.



List of works:

La Paysanne



A Deer in the Garden

Group show
W26, Zurich
20.2.-7.3.2026

Curated: Max Gisel + Alexeï Monney
With: Andrea Cindy Raemy, Babette Walder, Linus Weber, Valentin Rilliet, Alexandra Navratil, Simon Risi
Text: Max Gisel
Photos: Georg Gisel
Flyer: Linus Weber


The title "A Deer in the Garden" is a metaphor for the memories of the place where I spent my childhood. Like a deer that unexpectedly appears in the garden quiet, fleeting, yet intensely present, these memories stand for moments of comfort, for the feeling of home, and for those subtle images that stay with us for a lifetime, suddenly reappearing before us in unexpected moments.

This first exhibition brings together artists who work with different techniques and who find themselves at different stages of their artistic journeys. Some are at the beginning of their path, while others bring many years of experience. What connects them is not an overarching curatorial concept or a shared theme, but rather a shared attitude: openness, exchange, and mutual support. The exhibition understands itself as a space of encounter, where diversity is not unified, but made visible.

With this exhibition, we would like to introduce W26 as a new offspace in Zurich, a place that creates room for encounters, experimentation, and dialogue. W26 does not see itself as an institutional white cube with a strict thematic framework, but as a living meeting point where ideas can grow and relationships can develop. Our intention is deliberately not to present a conceptually closed exhibition. Instead, it is about community, about a sense of family and friendship, about bringing together different perspectives and generations.



List of works:

Les Méandres



MORBUS HELVETICUS

Cantonale Berne Jura
Group show
Kunsthalle, Bern
14.12.2025-8.2.2026

Curated: iLiana Fokianaki, Claudia Heim
With: Tania Al Farouki, Nasrin Amiri Ramsheh, Livio Casanova, Chun Chen, Carla Blanca Corminboeuf, Rhoda Davids Abel, Beth Dillon, Garance Finger, Christina Gähler, Guadalupe Ruiz, Margaux Huber, Anna Jaun, Lorena Lira, cassiane c. pfund, Andrea Cindy Raemy, Michal Florence Schorro, Anouk Sebald, Ruven Joas Stettler
Text: Kunsthalle Bern
Photos: David Aebi for Kunsthalle
Design: Studio RM, Reto Moser und B & R Visuelle Kommunikation for Cantonale


Herzrasen, Atemnot, Appetitverlust, Schwäche und geistige Verwirrung: So beschrieben Schweizer Ärzte im 17. Jahrhundert jene rätselhafte Erkrankung, von der vor allem Söldner fern der Heimat betroffen waren. Morbus Helveticus – die Schweizerkrankheit. Eine medizinische Diagnose für ein Gefühl, das hier erstmals einen Namen erhielt: Heimweh.

Heute gilt Heimweh nicht mehr als Krankheit, doch der Begriff bleibt prägend. Er bezeichnet das schmerzliche Vermissen eines Ortes und verweist zugleich darauf, dass Heimat selbst zum Ort des Unbehagens werden kann, dass man dort krank werden kann, wo man vermeintlich hingehört. «Heimat» war lange völkisch-national besetzt, verknüpft mit Landschaft, Nation und Reinheit und gestützt durch Abgrenzung. Dennoch umfasst der Begriff Erfahrungen, die weit über dieses enge Verständnis hinausreichen.

Heimat kann in einer Landschaft wurzeln, in einem Berg, einem Haus, einem Geruch, in topografischer Vertrautheit, die prägt. Sie entsteht ebenso in Beziehungen: in Sprache, Fürsorge, geteilten Erinnerungen und dem Gefühl, gesehen zu werden. Und manchmal beginnt oder endet sie im Körper selbst: in Momenten, in denen er ein zuhause ist, oder in Zeiten, in denen Krankheit, Migration, Wandel oder geschlechtliche Normen ihn zu einem Ort der Fremdheit machen. Körper können Schutzräume sein oder Orte des Verlusts; sie speichern Geschichte, Verletzung und Widerstand.

Heimat kann verloren gehen, sich verschieben, zerbrechen oder neu entstehen. Man kann ankommen und dennoch fremd bleiben, weggehen und dennoch verbunden sein.

Die Künstler:innen dieser Ausstellung erkunden diese fragile, ambivalente Zone. Mit Empathie, Schärfe und formaler Präzision zeigen sie, wie Zugehörigkeit entsteht, wie sie brüchig wird und welche neuen Heimaten in Erinnerung, Material und Ritual sichtbar werden können.



List of works:
How to become a grotesque
Roof Piece



Inorganic sympathy, inorganic symphony

Solo show
ring ring, Zurich
5.6.-10.8.2025

Curator: Johanna Bossart
Text: Sibylle Meier 
Photos: Christian Beutler
Flyer: Andrea Cindy Raemy
Project supported by: Stadt Biel/Bienne, SWISSLOS-Kultur Kanton Bern


In der Anfangsphase macht Andrea Cindy Raemy vor Ort Notizen, misst die Telefonkabine und transkribiert das Beobachtete. Durch den Einsatz von Material und Körper findet sie im prozessartigen Arbeiten im Atelier die finale Form. Für ring ring entsteht eine Installation aus Draht, Holz und Textil, die auf dem Dach positioniert ist, einem Anbau ähnlich. Diese architektonische Skulptur nimmt Bezug auf Veränderung und Bedürfnisse der Umgebung. Im Werktitel Inorganic sympathy, inorganic symphony1 wiederholt Andrea Cindy Raemy einerseits Wörter und anderseits sind sie nicht vollumfänglich identisch, haben sich verändert und bilden dennoch zusammen den Rhythmus der Sinfonie, deren Resonanzkörper die Telefonkabine in Kombination mit dem Anbau und dem Ort zu sein scheint. Der Draht aus Stahl ist gebogen und zusammen geschweisst, das Ahornholz – aus demselben Holz wie der Baum neben der Kabine – mit Schnitzwerkzeug bearbeitet. Ein fratzenhaft-anmutendes Gesicht, das den Betrachter*innen die Zunge herausstreckt, wurde von der Künstlerin als Relief geschnitzt. Referenz ist die Groteske, ein Bauelement mit mythischem Charakter, das an Fassaden angebracht wird, um das Böse fernzuhalten. Es bleibt allerdings offen, ob die Beziehung zwischen der Kabine und dem Ahornbaum angespannt ist oder ob sie sich miteinander verbunden haben und als Kompliz*innen agieren. Der Stahldraht ist pulverbeschichtet worden und schimmert nun in einem Hellgrau. Mit dieser Anpassung erhält das Material, der Stahl, eine Aufwertung, die sich auch im ornamentalen der Skulptur widerspiegelt. Das Ausgangsmaterial, das vorwiegend in der Industrie Verwendung findet, ist zu Kunst erklärt. Durch das Zusammenspiel von Material und Mensch hinterfragt Andrea Cindy Raemy Klassifizierungen wie hohe und niedrige Kunst oder auch Handwerk und Kunstwerk. Sie versucht binäre Vorstellungen von Produktionsformen und vom Wert der Materialen aufzubrechen.

Andrea Cindy Raemy, (*1980) lebt und arbeitet in Biel/Bienne und absolvierte ihre künstlerische Ausbildung an der ZHdK in Zürich und an der HKB in Bern, dort schloss sie 2024 ihr Studium mit einem Master in Fine Art ab. Andrea Cindy Raemy arbeitet mit unterschiedlichen Materialen wie Textil, Holz, Metall oder Plastik und schafft Installationen und Skulpturen, die vom Handwerk inspiriert sind und von ihr in den Kunstkontext transformiert werden. Wichtig ist für sie die Prozessarbeit in Verbindung mit dem jeweiligen Material. Mit dem Einsatz des eigenen Körpers und durch freies Assoziieren entsteht ein neuer Materialismus2 der dazu beiträgt, dass die Materie in ein Kunstwerk überführt wird.

  
1 Der Titel der Arbeit ist vom Vortrag "Powers of the Hoard: Artistry and Agency in a World of Vibrant Matter“ der Theoretikerin Jane Bennet, inspiriert. Andrea Cindy Raemy nimmt Bezug auf folgenden Satz: „It’s made of stuff, I’m made of stuff, there’s an inorganic sympathy, a connection between an object and I.“

2 Die Künstlerin setzt sich mit dem Werk der amerikanischen Physiker*in und Philosoph*in Karen Barad auseinander, die den neuen Materialismus prägte, https://politicalecology.blogs.unihamburg. de/der-neue-materialismus/


List of works:
How to become a grotesque
Roof Piece

Time After Time After Time

Group show
Rötelstrasse 17 (empty apartment, earmarked for demolition), Zurich
26.10.-27.10.2025

Curators: Selina Zürrer and Francisca Patrocinio
With: Adrian Schär, Andrea Cindy Raemy, Annina Meier, Francisca Patrocinio, Frederic Huber, Inès Henriques, Juna Wesley, Leonor Talefe, Maurice Joss, Selina Zürrer 
Photos: Francisca Patrocinio
Flyer: Selina Zürrer and Francisca Patrocinio



List of works:
PERF



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